Die strikte schachbrettartige Planung der Innenstadt ließ mich schnell die Orientierung verlieren. Doch wie alles in Xian hat Sie einen tieferen Sinn den es gilt zu entdecken.
Wenn man nichts über die chinesische Geschichte weiß hilft einem das Historische Museum weiter. Man bekommt einen Crashkurs in den Dynastien und den Veränderungen welche diese mit sich brachten. Die liebevoll inszenierten Exponate lassen einen in das China vergangener Zeiten eintauchen.
Tipp: Besonders schön ist die Ausstellung der Tang-Dynastie.
Ein Besuch der Großen Wildganspagode, die im Inneren eines Tempels liegt, war unumgänglich. Vom obersten Stockwerk konnte ich einen Rundblick auf die Stadt werfen. Die Ausmaße der 8 Mio. Einwohner Stadt wurden einem hier umso bewusster. Stadt so weit das Auge sah. Bitte erschrecken Sie nicht, wenn Ihnen die Mönche am Eingang einen Zettel in die Hand geben. Damit können Sie im anliegenden Gebäude Stempel sammeln.
Tipp: Außerhalb der Anlage befindet sich eine sehenswerte öffentliche Gartenanlage. Zahlreiche lustige Figuren zeigen Szenen aus dem täglichen Leben. Jeden Abend wird dort für ein paar Minuten Chinas größte Wasseranlage in Gang gesetzt und mit einer Lichtershow und Musik untermalt.
Von unten gesehen wirkt die Stadtmauer wie jede andere Mauer auch. Ihre wahre Pracht entfaltet sich wirklich erst wenn man auf ihr steht. Die 6m breiten Wege, welche um den gesamten alten Stadtkern führen erlauben eine erstaunliche Aussicht auf jeden Winkel des Kerns. Die Abends hell beleuchteten Lampions entlang der Strecke sehen in jeder Himmelsrichtung anders aus.
Tipp: Mieten Sie sich auf der Mauer doch eines der Fahrräder (etwa 2€). Während des Frühlingsfestes werden auf der Südseite zahlreiche Szenerien aus reiner Seide aufgebaut.
Auch mich zog es zu der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit der Gegend, der Terrakottaarmee. In den großen Marmorhallen werden diese vor den Naturgewalten bewahrt. Ich war erstaunt über die Tatsache, dass in Wirklichkeit die Krieger nur ein Bruchteil des Grabes sind. Ein paar Kilometer entfernt fand man Konkubinen und Bedienstete die lebendig begraben wurden, um dem Kaiser im Jenseits zu dienen.
Tipp: In einem der Nebengebäude läuft kostenlos ein 15-minütiger Film, welcher einem die Geschichte der Entstehung der Armee verdeutlicht.
Im Anschluss ging es zu den heißen Quellen von Huaqing, das Liebesnest des Kaisers und seiner bevorzugten Konkubine und mein persönliches Highlight. Die Badehäuser und Brunnen wirken wie ein altertümliches Dorf der Tang-Dynastie, das mit dem natürlichen unterirdisch aufgeheiztem Wasser versorgt wird.
Tipp: In den Sommermonaten findet ein berühmtes Schauspiel auf dem See der Anlage statt, welches die hinreißende Liebesgeschichte des Kaisers und seiner Konkubine erzählt. Eine Frau von solcher Schönheit, dass sie den Kaiser seine Pflichten vergessen und dafür sterben musste.
Die östlicheste Stadt der Seidenstraße lässt die Geschichte und Mythen Chinas lebendig werden.